Video-Feed-Rollout – Reichweiten-Kennzahl – Profilwachstum
1. LinkedIn bringt den Video-Feed zurück – jetzt wirklich?
Nach ersten Tests in den USA startet LinkedIn den nächsten Rollout des Video-Feeds in Kanada, Großbritannien und Australien. Weitere Märkte – darunter Deutschland – sollen folgen. Ein erster Anlauf wurde im Frühjahr 2025 nach 2 Wochen abgebrochen- vielleicht erinnern Sie sich noch.
Diesmal geht LinkedIn deutlich strategischer vor. Der Rollout erfolgt schrittweise und mit einem klaren Ziel: Video soll zu einem festen Bestandteil der Plattform werden.
Das Ziel ist: stark steigende Video-Views – deutlich höhere Verweildauer – mehr Engagement als bei klassischen Beiträgen. Text-Posts sind deshalb nicht plötzlich weniger relevant. Im Gegenteil: für tiefere Einblicke, Analysen und fachliche Diskussionen bleiben sie unverzichtbar.
Video kann jedoch etwas leisten, das Text oft nur eingeschränkt schafft: Vertrauen aufbauen + Persönlichkeit sichtbar machen + Nähe schaffen + Komplexe Themen verständlich erklären. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist dabei nicht die Technik oder die perfekte Produktion. Die wichtigste Frage lautet: Warum sollte sich jemand genau jetzt dieses Video ansehen? Wer diese Frage überzeugend beantwortet und echten Mehrwert liefert, wird langfristig Aufmerksamkeit gewinnen.
Ich bin gespannt, ob LinkedIn mit diesem erneuten Anlauf Videos dauerhaft auf der Plattform etablieren kann. Wie sehen Sie das? Wird Video auf LinkedIn in den nächsten Jahren deutlich wichtiger werden – oder bleibt Text weiterhin das dominierende Format?
2. LinkedIn führt neue Reichweiten-Kennzahl ein: Verlassen Ihre Inhalte die eigene Bubble?
Bisher war die Analyse von LinkedIn-Beiträgen oft unvollständig. Sie konnten sehen, wie viele Impressionen ein Beitrag erzielt hat. Was jedoch fehlte, war die Antwort auf eine entscheidende Frage: Erreichen Ihre Inhalte neue Menschen oder nur Ihr bestehendes Netzwerk? Genau dafür führt LinkedIn jetzt eine neue Kennzahl ein.
Künftig wird in den Beitragsanalysen angezeigt, welcher Anteil Ihrer Reichweite aus Ihrem bestehenden Netzwerk stammt und welcher Anteil von Personen kommt, die Ihnen noch nicht folgen oder mit Ihnen vernetzt sind.
Was bedeutet das konkret? LinkedIn unterscheidet künftig zwischen:
In-Network Reach
- Reichweite innerhalb Ihres bestehenden Netzwerks
- Personen, die bereits mit Ihnen vernetzt sind oder Ihnen folgen
Out-of-Network Reach
- Reichweite außerhalb Ihres Netzwerks
- Personen, die Ihre Inhalte über Empfehlungen, Suchergebnisse oder Reposts entdecken
Damit wird erstmals sichtbar, ob ein Beitrag vor allem bei Ihrer bestehenden Community funktioniert oder ob LinkedIn ihn aktiv neuen Zielgruppen ausspielt.
Warum diese Kennzahl so spannend ist – viele bewerten den Erfolg eines Beitrags bisher hauptsächlich anhand der Impressionen.
Doch 2000 Impressionen können völlig unterschiedlich zustande kommen:
- Ein Beitrag erreicht ausschließlich bestehende Kontakte.
- Ein anderer Beitrag erreicht tausende Menschen außerhalb des eigenen Netzwerks.
Die Impressionen sind identisch – der strategische Wert jedoch nicht.
Mit der neuen Kennzahl können Sie künftig deutlich besser erkennen:
- Welche Inhalte neue Zielgruppen erreichen
- Welche Themen besonders stark außerhalb Ihrer Bubble funktionieren
- Welche Beiträge vor allem die bestehende Community aktivieren
- Ob Ihre Sichtbarkeit auf LinkedIn tatsächlich wächst
Reichweite bekommt endlich Kontext – für Personal Branding, Social Selling und Content Marketing ist das ein wichtiger Schritt. Denn Reichweite allein sagt wenig aus.
Die spannendere Frage lautet: Wie viele Menschen haben Sie erreicht, die Sie vorher noch nicht kannten? Genau darauf liefert LinkedIn jetzt erstmals eine klare Antwort.
Die Funktion wird derzeit schrittweise ausgerollt. Falls Sie die neue Kennzahl noch nicht sehen, müssen Sie sich vermutlich noch etwas gedulden.
Haben Sie die neue Auswertung bereits in Ihren Analytics? (Es wird ausgerollt). Was glauben Sie: Welche Ihrer Inhalte erzielen die höchste Reichweite außerhalb Ihres Netzwerks?
3. Warum manche LinkedIn-Profile wachsen – und andere stagnieren
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum zwei Personen mit ähnlicher Reichweite völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen?
Die eine wächst kontinuierlich.Die andere veröffentlicht sogar häufiger – und kommt trotzdem kaum voran. Ein möglicher Grund: LinkedIn bewertet nicht nur einzelne Beiträge, sondern auch die thematische Klarheit Ihres Profils.
LinkedIn liebt klare Themen
Viele veröffentlichen heute über alles, was ihnen gerade einfällt. Das Problem: Für LinkedIn und Ihre Zielgruppe wird dadurch unklar, wofür Sie eigentlich stehen. Mehr Beiträge bedeuten deshalb nicht automatisch mehr Reichweite. Oft erzielen drei Beiträge zu einem klaren Thema bessere Ergebnisse als sechs Beiträge zu völlig unterschiedlichen Themen.
Erfolgreiche Profile denken in Themenserien
Statt einzelne Beiträge zu veröffentlichen, bauen erfolgreiche LinkedIn-Nutzer ihre Inhalte aufeinander auf: Fachwissen vermitteln – eine persönliche Erfahrung teilen – ein Praxisbeispiel oder Ergebnis zeigen. Jeder Beitrag verstärkt den vorherigen. So entsteht ein klares Themenprofil.
Und jetzt: Wählen Sie eines Ihrer Kernthemen und planen Sie dazu drei zusammenhängende Beiträge für die nächsten zehn Tage. Wenn LinkedIn und Ihre Zielgruppe klar erkennen, wofür Sie stehen, steigen Ihre Chancen auf nachhaltige Reichweite deutlich.








