In meinem letzten Blogbeitrag konnten Sie schon lesen, wie Unternehmen bewegt werden eigene Communities aufzubauen um Mitarbeiter und Kunden enger an sich zu binden.

Nun geht die nächste Schlagzeile durch die Medien – „Facebook at work“ – Facebook will die Arbeitsplätze erobern!

Facebook at work_400Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeitern bisher einfach den Facebook-Browser abgeschaltet. So wollten sie sicher stellen, dass die Mitarbeiter in ihrer Arbeitszeit nicht auf Facebook privat agieren.
Im Zeitalter von Tablets und Smartphones ein lustiger Versuch ;-). Wer wirklich mit seinen Freunden auf Facebook oder via Messengerdienste wie WhatsApp chatten will, der tut es so oder so.

Damit Facebook „salonfähig“ wird und die Unternehmen die Vorteile eines gelebten Netzwerks verstehen, geht Facebook nun den Weg, eine interne Version: „Facebook at work“ in den Markt zu bringen.

Die Nutzer sollen ihre eigenen Profile erstellen können. Sie sollen mit Kollegen chatten, Informationen mit Geschäftspartnern austauschen und gemeinsam Dokumente bearbeiten können. Es wird Gruppen und einen Newsfeed geben. Das Design sei sehr Facebook ähnlich. Dazu soll es die Möglichkeit geben, ein privates Profil zu pflegen, welches getrennt vom Arbeitsprofil bestehen soll.

Spannend wird sein, inwieweit dieses „interne Netzwerk“ dann Schnittstellen zu Facebook selbst hat. Wenn ein Facebook Aktiver dann 3 Accounts pflegen muss (das bisherige,ein berufliches intern und ein privates intern) dann wird es sicher wenig Anklang finden. Zumal die meisten immer noch „Beruf“ und „Privat“ in den Social Media Kanälen trennen und noch nicht verstanden haben, das es kein „Privat“ mehr gibt im www.

Facebook unterstützt mit dieser Vorgehensweise natürlich die Denkweise der User. Es ist eine Bestärkung des Glaubens „Privat und Beruf“ trennen zu können. Wir sind in einem öffentlichen Raum der viele Schnittstellen und Schlupflöcher besitzt und man weiß nie wann sich der Betreiber einer Plattform bewusst überlegt weitere Türen zu öffnen oder „Einbrüche“ entstehen.

Facebook will das Vertrauen von Organisationen und Unternehmen gewinnen, um sich in der unternehmensinternen Kommunikation zu etablieren. Dies versuchen auch andere Kollaborations-Softwareanbieter schon lange. Bedienungsfreundliche oder gar innovative Softwarelösungen kommen erst langsam auf den Markt.

Die Presse schreibt, dass dies eine direkte Konkurrenz zu LinkedIn und XING sein wird. Wer in den letzten Jahren in diesen Social Media Portalen etabliert hat, sich als Experte positionierte und sein Netzwerk aufgebaut hat, wird wohl kaum dieses Netzwerk gegen ein „internes Netzwerk“ eintauschen. Es ist ehr die Frage, ob diese Person noch Zeit und Interesse hat ein weiteres Netzwerk aufzubauen, welches nur in einem Inner-Circle seine Reputation stärkt. Des weiteren ist die Frage, ob sich Mitarbeiter, die bis jetzt den Nutzen von Communities im Web als uninteressant ansehen, immer noch eine gewisse Technikscheu besitzen, dies als lästigen Mehraufwand sehen nun „gezwungen werden“ aktive User zu sein? Es wird spannend werden, wie sich die „Facebook at work“ Innovation durchsetzt.

Jeder Mitarbeiter sollte die Freiheit besitzen zu entscheiden wo er netzwerkt um für sich und seine Aufgaben den besten Nutzen zu ziehen. Die Führung eines Unternehmens erfordert Fingerspitzengefühl im Umgang mit den neuen Medien, damit die Mitarbeiter gute Markenbotschafter werden und das Unternehmen dadurch eine starke Reputation erlangt.

Ach, ich habe vergessen, leider sehen das die Unternehmen auch noch nicht. Statt aktiv Bestehendes (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Bewerber…) zu verbinden und ein starkes Vitamin-B-Netzwerk mit all seinen Vorzügen aufzubauen wird durch teure Kampangen der Neukunde oder neue Mitarbeiter gesucht. Das Potenzial, das bereits im Netzwerk der Mitarbeiter steckt bleibt ungenutzt liegen ;-(.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.